10 spannende Vorteile von Vertical Farming

10 spannende Vorteile von Vertical  Farming
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  • Beitrag veröffentlicht:12/10/2020
  • Beitrags-Kategorie:Allgemeine Themen
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Der Anbau von Lebensmitteln soll mittelfristig auch in städtischen Gebieten massentauglich werden. Wie? Durch platzsparenden Anbau “in die Höhe”. Hierunter fallen nicht nur sogenannte Farmscrapers, sondern auch modulare Lösungen. Vertical Farming bringt bereits heute immense Vorteile für Produzenten, Gemeinden und den Endverbraucher.

1. Ganzjähriger Pflanzenanbau

Seit dem Beginn der Landwirtschaft steht der Pflanzenanbau in Abhängigkeit zur Saison. Nachteilige Wetterbedingungen, die saisonal auftreten, führen immer häufiger zu schlechteren Ausbeuten.

Beispielsweise veränderte sich der Monsun in den letzten 15 Jahren in verschiedenen Regionen in Indien. Er tritt immer später auf und die Wirkungszeiträume werden kürzer, doch die Menge an Regenfällen bleibt gleich. Das bedeutet, dass die Extremniederschläge die Erzeugnisse der von Landwirtschaft geprägten Region negativ beeinflussen und schädigen.

Vertical Farming bietet an dieser Stelle den Vorteil, völlig unabhängig von äußeren Einflüssen zu sein. Hierdurch können Erzeugnisse auch außerhalb der Saison angeboten werden. So können Indoor-Farmer beispielsweise hydroponisch angebaute Tomaten ganzjährig und bei gleichbleibender Qualität verkaufen.

2. Keine wetterbedingte Fehlernte

Viele traditionelle Bauern beten jährlich für gutes Wetter, um eine ertragreiche Ernte erzielen zu können. Wetterphänomene wie Trockenperioden, Fluten, Tornados oder Hurricanes verursachen hierbei starke Schäden.

Indoor-Farmen hingegen sind unabhängig von äußeren Witterungsbedingungen. Sie besitzen die volle Kontrolle über die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit, die Lichtmenge, sowie die Nährstoffzufuhr.

Solang also kein Hurricane der Kategorie 5 über gesamte Anwesen hinwegfegt, können Farmer ganzjährig mit konstanten Ernten rechnen. 

3. Kein landwirtschaftlicher Abfluss

Landwirtschaftlicher Abfluss entsteht durch Regen, Bewässerung oder auch schmelzenden Schnee. Dieser Abfluss nimmt landwirtschaftliche Chemikalien wie Pestizide auf und trägt diese in den Lebenskreislauf. Die Verschmutzungen sickern nicht nur in die Erde ein, sondern geraten auch in Gewässer. Hierdurch werden sowohl Mensch als auch Tier bedroht, die Verschmutzung findet den Weg zurück zu uns.

Vertical Farming hilft durch die geregelte Anbauumgebung, einen solchen Abfluss konstant zu vermeiden.

4. Wiederherstellung von Ökosystemen

Der Mensch greift durch die traditionelle Landwirtschaft stark in natürliche Ökosysteme ein. Je größer die Bevölkerung wird, desto mehr Wälder müssen gerodet werden, um Platz für eine zunehmende Lebensmittelproduktion zu schaffen. Die zusätzliche Auszehrung der Erde durch den Ackerbau trägt ebenfalls zum immensen ökologischen Fußabdruck der Landwirtschaft bei.

Werden nun aber Pflanzen in der Stadt und in die Höhe angebaut, können Ackerflächen zumindest teilweise wieder der Natur und damit ihrer eigenen Regeneration überlassen werden.

5. Keine Pestizide, Herbizide oder Düngemittel

In der freien Natur gibt es Insekten, die auf Ackerland angebaute Pflanzen befallen und teilweise ungenießbar machen. Bauern setzen deshalb Pestizide und Herbizide ein, um diese Schädlinge abzuwehren. Daneben kommen Düngemittel zum Einsatz, um die Wachstumszeit des Gemüses zu verkürzen. All diese Chemikalien finden den Weg zurück in unseren Körper und können uns krank machen.

Eine Indoor-Farm, die hydroponische oder aeroponische Technologien nutzt, muss diese Chemikalien nicht einsetzen, da Insekten erst gar nicht in das Gebäude eindringen können. Zusätzlich werden alle Pflanzen mit einer perfekt ausbalancierten Nährstoffmischung versorgt, was sich äußerst positiv auf die Nährstoffbilanz auswirkt.

6. 70-95 Prozent weniger Wasser

70 Prozent des nutzbaren Trinkwassers wird heutzutage für die Bewässerung von Landwirtschaft genutzt. Mit hydroponischen und aeroponischen Technologien ist es möglich, 70 – 95 Prozent des Wasserverbrauchs einzusparen.

Die NASA treibt diese Technologie aktuell stark voran, um zukünftig auch auf anderen Planeten Pflanzen mit wenig Wasser anbauen zu können. Grundlage hierfür ist stets ein geschlossenes Kreislaufsystem. 

7. Geringere Nahrungsmittelwege

Beim Gang in den Supermarkt kann der Ursprungsort der unterschiedlichen Lebensmittel bewusste und nachhaltige Käufer schnell einmal schockieren. Viele Produkte kommen aus weiter Ferne, müssen demzufolge viele Kilometer transportiert werden. All das zum Leiden der Natur. Je länger die Transportwege, desto größer der CO2-Abdruck.

Mit urbanen Vertical Farming-Methoden wird das Gemüse direkt in der Stadt oder in Stadtnähe angebaut und so ein kurzer Transportweg garantiert. Zudem ist eine solche Produktion deutlich krisenresistenter, da Städte unabhängig von internationalen Lieferströmen auf wichtige Lebensmittel zurückgreifen können. 

8. Mehr Kontrolle über Nahrungssicherheit

Der Schädlingsbefall von Pflanzen stellt in der traditionellen Landwirtschaft eines der Grundprobleme dar. Landwirte nutzen zur Vermeidung entweder Pestizide oder flüchten in ein Gewächshaus.

Indoor-Lösungen können den Schädlingsbefall auf ein Minimum reduzieren, indem beispielsweise spezielle Filteranlagen eingesetzt werden. So können Ernten effizient abgesichert und die Übertragung diverser Krankheiten verhindert werden.

9. Neue Berufsmöglichkeiten

Durch Indoor-Farming werden zwangsläufig auch in Deutschland völlig neue Berufsbilder entstehen. So müssen die teilweise sehr komplexen Anlagen gemanagt werden, auch Spezialisten für geschlossene Kreisläufe werden zunehmend gefragt. Für operative Tätigkeiten werden Indoor-Erntehelfer sowie Sortierer und Verkäufer nötig. Nicht zuletzt sind eine Vielzahl neuer Farming-Startups zu erwarten, von Technologieherstellern bis zu eigenen kleinen Indoor-Farmen.

10. Recycling von “Grauwasser”

Grauwasser ist eine bestimmte Art von Abwasser, das vor allem in Haushalten oder Bürogebäuden entsteht.

Indoor-Farming bietet die Möglichkeit, dieses Grauwasser durch Pflanzenfilter zu recyclen. Pflanzen haben die Eigenschaften, Wasser samt seiner Inhaltsstoffe aufzusaugen und zum Wachsen zu nutzen. Grauwasser wird über die Wurzel bis hin zu den Blättern gefiltert und das H20 über die Blätter wieder an die Luft abgegeben.

Durch zusätzliche Luftentfeuchter kann dieser Filtermechanismus mehrere Male durchgeführt werden, bis das Wasser komplett rein und trinkbar ist. Die Pflanzen werden dann natürlich nicht mehr als Nahrungsmittel verwendet, sondern fungieren ausschließlich als Filteranlage.

Fazit – Vorteile von Vertical Farming

Wie gesehen, verfügt Vertical Farming im Rahmen einer der grundlegenden Urban-Farming-Ansätze über immense Vorteile für die städtische Lebensmittelproduktion. Können Technologien noch effizienter und dadurch kostengünstiger entwickelt werden, wird eine solche Lösung mittelfristig zu einer echten Alternative zur traditionellen Landwirtschaft. 

Bis dahin ist jedoch noch viel zu tun. Hilf Refarm dabei, Urban Farming auch in Deutschland populärer werden zu lassen und so landesweite Forschungs- und Entwicklungsarbeiten weiter voranzutreiben!

Thomas

kümmert sich um alle Soft- und Hardwarefragen sowie die praktische Umsetzung unserer Beetprojekte.

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