5 Urban Farming Projekte, die schon wirtschaftlich sind

5 Urban Farming Projekte, die schon wirtschaftlich sind
  • Beitrags-Autor:
  • Beitrag veröffentlicht:13/10/2020
  • Beitrags-Kategorie:Allgemeine Themen
  • Lesedauer:5 Minuten zum Lesen

Das Thema Urban Farming ist weltweit in Verruf, sehr kostenintensiv und unprofitabel zu sein. Viele Menschen denken direkt an riesige Testanlagen und bepflanzte Hochhäuser. Dieser Blogartikel wird dich vom Gegenteil überzeugen. Wir werden zeigen, dass Urban Farming schon längst keine Zukunftvision mehr ist und durchaus schon wirtschaftlich sein kann.

Immer mehr Menschen verdienen auf der ganzen Welt bereits sehr gutes Geld damit. Primär handelt es sich dabei um größere Projekte, doch zum Schluss ist auch für unsere DIY-Fraktion etwas dabei!

1. Growing Undergrund (Clapham, UK)

Den Anfang macht eine Untergrundfarm im Herzen Londons. Der Growing Underground entstand in einem Bunker aus dem 2. Weltkrieg. Seit 2012 produzieren und züchten die Verantwortlichen hier jeden Monat bis zu zwei Tonnen Gemüse. Doch wie wächst das denn alles?

Die Farm setzt auf hydroponische Pflanzenzucht. Keine Sorge, klingt komplizierter als es ist. Der Unterschied zur herkömmlichen Produktion besteht in dem Verzicht auf Pflanzenerde. Stattdessen wachsen die Pflanzen auf speziellen Matten und werden direkt mit nährstoffreichem Wasser bedient. Aber was ist mit dem fehlenden Sonnenlicht? Dies wird durch die Betreiber mit einer LED-Beleuchtung wieder ausgeglichen.

Und das scheint zu funktionieren. Der Growing Underground skaliert aktuell sowohl in England als auch international. Namenhafte Lebensmittelketten wie M&S und Whole Food gehören bereits zu den Stammkunden. Den Fokus legt die Farm auf kleinere Erzeugnissen wie Erbsen- und Senfsprösslinge.

2. Plenty (South San Francisco, USA)

Next stop: USA. Das Startup Plenty ist wohl jedem bekannt, der schon einmal etwas von Urban Farming gehört hat. Und das mit gutem Grund. Wer bereits von namenhaften Investoren wie Amazon und Google mit weit über 200 Millionen US-Dollar finanziert wurde, der fällt auf.

Doch was macht das Unternehmen so besonders?
Plenty entwickelt effiziente Vertical-Farming-Systeme und produziert damit eigene Lebensmittel. Hierdurch adressieren sie eine wichtige Frage der Zukunft: Woher kommt unser Essen, und was sind die tatsächlichen Herstellungskosten? Letztere werden von Experten durch eine optimale Wasser-, Licht- und Luftzufuhr so gering wie möglich gehalten.

Im Vergleich zur traditionellen Landwirtschaft kann Plenty so bis zu 350 mal mehr Produkte auf selbem Raum anbauen. Für uns wohl die Definition von Innovation und Nachhaltigkeit.

3. Paris Exhibition Centre (Paris, Frankreich)

Das aufgrund der Corona-Pandemie ins Stocken geratene Projekt in Paris hat wieder Fahrt aufgenommen. Die Dachfarm nimmt mitten in der Großstadt aktuell 4000 m² ein. In den nächsten beiden Jahren soll die Stadtfarm auf 14000 m² (!) ausgedehnt und damit zur größten auf der ganzen Welt werden.

Auf dieser Fläche sind jede Saison bis zu 1000 kg Obst und Gemüse in Planung. Abgenommen wird das ganze von einem hauseigenen Restaurant sowie regionalen Supermärkten. Weiterhin haben Einwohner die Möglichkeit, eigene Beete zu mieten (auch bald bei uns) oder einzelne Gemüsekisten zu abonnieren.

Die Farm legt viel Wert auf die Vermeidung von Pestiziden. Zu diesem Zweck experimentieren Gärtner auf dem Dach mit aeroponischen Anzuchtvarianten. Ähnlich wie bei der hydroponischen Züchtung verzichten sie hierbei auf Erde. Der Unterschied besteht darin, dass die Pflanzenwurzeln lediglich in der Luft hängen und alle 10 Minuten mit einer Nährstofflösung besprüht werden.

4. Aerofarms (New Jersey, USA)

Wir stellen vor: die mit rund 65000 m² weltweit größte Indoor-Farm. Aerofarms setzt, wie der Name schon vermuten lässt, ebenfalls auf eine aeroponische Anzucht. Die Pflanzen wachsen in vertikal angebrachten Regalen auf recyceltem Plastikmaterial. Über schmale Rohre wird die Nährstofflösung an die Pflanzenböden gesprüht. Die LED-Beleuchtung passt sich an die jeweilige Pflanze an. Hierdurch kann eine optimale Synthese sichergestellt werden.

Aerofarms produziert jedes Jahr unglaubliche 900.000 kg Gemüse. Die Kapazitäten lassen bis zu 22 unterschiedliche Pflanzensorten zu. Das alles geschieht laut Hersteller mit 95% weniger Wasser als bei herkömmlichen Methoden. Wenn Urban Farming wirtschaftlich ist, dann also hier.

5. GroCycle (Devon, UK)

Wem es eine Nummer kleiner sein darf, der kann sich zuerst einmal in der wachsenden Microgreen-Szene umschauen. Hier pflanzen Privatpersonen Sprösslinge an und verkaufen sie mit teils sehr hohen Margen an Restaurants oder auf dem Markt. Da wir das Thema allerdings schon zu Genüge beleuchtet haben, lassen wir uns für diesen Artikel einmal etwas neues einfallen: Pilze.

GroCycle bezeichnet sich selbst als “Low-Tech Mushroom Farm”. In ihrer Indoor-Farm züchten die Gründer ihre eigenen Pilze und verkaufen sie an Restaurants.

Der Herstellungsprozess unterscheidet sich deutlich von den hier bereits erwähnten Verfahren. Grocycle mischt Pilzkulturen mit Stroh und Kaffeesatz. Anschließend geben sie die Mixtur in Plastiksäcke und warten auf die Kolonialisierung. Nach zwei bis drei Wochen kommen die Säcke unter künstliches Licht. Ab dann wachsen die Pilze innerhalb von 10 Tagen und können direkt geerntet werden.

Fazit: Ist Urban Farming nun wirtschaftlich?

Nun, ja! Ich hoffe, dieser Blogeintrag konnte Urban Farming für dich in ein etwas anderes Licht rücken. Obwohl das Thema hierzulande noch relativ unbekannt ist, stellen Indoor-Farmen auf der ganzen Welt bereits Tonnen an Gemüse her.

Anstatt aber nur die Großprojekte zu betrachten, lohnt sich für uns vielmehr auch ein Blick auf die kleinen Initiativen und Geschäftsmodelle. Urban Farming ist nämlich längst nicht mehr nur im industriellen, sondern vielmehr auch im pragmatischen Kontext zu sehen.

Was kannst du also mitnehmen? Nun, zuerst einmal stellt Urban Farming eine wahnsinnig spannende Alternative zur herkömmlichen Lebensmittelproduktion dar. Und die ist dringend notwendig, wie dir dieser Blogartikel zeigen wird.

Weiterhin weckt das Thema vielleicht auch deinen Ehrgeiz, selber ins Handeln zu kommen. Umso besser! Schau dich hierfür gerne auf unserer Homepage um und finde den für dich passenden Ansatz.

Stephan

kümmert sich um die Eventorganisation, die Content Creation sowie das Corporate Design unserer Marken Refarm & MMB.

Schreibe einen Kommentar