Das Problem mit Düngemitteln und Pestiziden – hilft Hydroponik?

Das Problem mit Düngemitteln und Pestiziden – hilft Hydroponik?

Spätestens seit der Fridays for Future Bewegung ist jedem klar: unser Planet kommt an seine Belastungsgrenze. Während auf der einen Seite die Bevölkerung exponentiell wächst und sich vor allem in urbanen Ballungsgebieten ansammelt, stößt auf der anderen Seite die traditionelle Landwirtschaft an ihre Grenzen. Deswegen braucht es kreative alternative Lösungsansätze um die traditionelle Landwirtschaft zu unterstützen.

Herausforderungen der traditionellen Landwirtschaft

  • wir verlieren jedes Jahr ca. 120.000 Quadratkilometer fruchtbaren Boden durch Desertifikation und Erosion für immer. Das entspricht rund 3x der Fläche der Schweiz. Und das JEDES Jahr.
  • bis 2030 müssen über 240 Mio. Hektar Ackerfläche künstlich bewässert werden. Und schon heute leiden besorgniserregend viele Menschen auf der Erde unter mangelndem bzw. schlechtem Trinkwasser.
  • weitere Infos zu den Herausforderungen der traditionellen Landwirtschaft findet ihr in dem Blog-Beitrag von Thomas.

Diese Herausforderungen, die steigende Nachfrage auf der einen Seite sowie der Rückgang fruchtbarer Böden auf der anderen Seite, bedingen den Einsatz von Düngemitteln in der traditionellen Landwirtschaft: Damit auf heruntergewirtschafteten Feldern überhaupt noch etwas wachsen kann. Um die Ernte zu sichern, werden darüber hinaus Pestizide, Herbizide und Fungizide eingesetzt. Das bedeutet konkret:

  • Jedes Jahr werden allein in Deutschland über 2,6 Mio. Tonnen Düngemittel verwendet.[1]
  • Daneben werden jedes Jahr auch über 35.000 Tonnen Pestizide, Herbizide und Fungizide eingesetzt.[2]

Folgen für die Natur

An dieser Stelle möchten wir ein paar Beispiele nennen, die natürlich keinesfalls abschließend das Thema beleuchten, sondern vielmehr einen ersten Eindruck schaffen sollen.

Das Umweltbundesamt bestätigt, dass in der EU fast zwei Drittel aller natürlichen Lebensräume überdüngt sind. Dies ist so problematisch, da der Überschuss direkt ins Grundwasser gelangt. In 2016 wurde Deutschland sogar von der EU verklagt, weil unsere Gewässer zu sehr durch den Einsatz von Düngemitteln in der Landwirtschaft belastet werden. Dadurch beeinflusst die Überdüngung nicht nur das umliegende Ökosystem in der Nähe der Felder sondern nimmt viel größere Ausmaße an.[3]

1. Folgen für die Ökosysteme unter Wasser[4]

Studien zeigen, dass die Überdüngung landwirtschaftlicher Flächen sogar in den Meeren nachweisbar ist (Eutrophierung) – mit fatalen Auswirkungen für die Artenvielfalt:

  • Übermäßige Vorkommen von Düngemitteln in Meeren fördern ein massives Wachstum von Phytoplankton und anderen schnell wachsenden Algenarten, die das Wasser stark trüben.
  • Der Lichtmangel führt dazu, dass für das Ökosystem wesentliche Pflanzenarten wie bspw. Seegras oder langsam wachsende Makroalgen absterben. Diese wiederum waren ursprünglich die „Kinderstube“ und „Heimat“ einer Vielzahl von Tierarten wie bspw. von Seepferdchen oder dem Hering, sodass das ganze Ökosystem aus der Balance gerät.
  • Darüber hinaus sondern einige dieser Algen, die durch die Überdüngung vermehrt wachsen, Giftstoffe ab, die nicht nur zu Fischsterben führen sondern auch bei Menschen Vergiftungserscheinungen auslösen können.
  • Beobachten kann man die Entwicklung beispielsweise am merklich steigerten Quallenvorkommen: Denn Quallen haben aufgrund der gestörten Ökosysteme inzwischen weniger Fressfeine und mehr Nahrung in Form von Algen.
  • Die großen Mengen an Algen sinken, wenn sie absterben, zum Meeresboden und werden von Bakterien zersetzt. Dabei wird der Sauerstoff im Bodenwasser verbraucht und es entstehen sauerstoffarme oder -freie Bereiche.
  • Schon heute sind ca. 15% des gesamten Meeresbodens der Ostsee derartige „tote Zonen“.
  • Auch Pestizide, Herbizide und Fungizide gelangen über das Wasser in die Meere und richten dort verheerenden Schaden an.

2. Folgen für die Ökosysteme an Land[5]

Eine europaweite Studie aus dem Jahr 2010 zeigt deutlich, dass der Gebrauch von Pestiziden, Herbiziden und Fungiziden eine der schädlichsten Auswirkungen auf die Biodiversität hat[6].

Diese „Pflanzenschutzmittel“ wirken sich vielfältig auf die umliegenden Ökosysteme aus:

  • Sie töten vermeintliche Schädlinge, jedoch als „Kollateralschaden“ auch andere Tiere und Pflanzen, die nicht schädlich für die Ernte gewesen wären.
  • Die gezielte Bekämpfung einzelner Arten wirkt sich darüber hinaus indirekt auf die gesamte Nahrungskette aus und nimmt vielen Organismen die Lebensgrundlage.
  • Dadurch werden Monokulturen gefördert und natürliche Lebensräume zerstört.

Von Pestiziden, Herbiziden und Fungiziden sind damit nicht nur die Bestäubungsinsekten wie bspw. Bienen betroffen, die direkt mit den Chemikalien in Berührung kommen, sondern über die Nahrungskette und über das Grundwasser auch Wasserorganismen, Regenwürmer und Vögel.

Weltweit sinkt die Artenvielfalt kontinuierlich. In Deutschland bedeutet das konkret:

  • 70% der natürlichen Lebensräume sind bestandsgefährdet,
  • zwei Drittel der Amphibien und Reptilienarten werden als gefährdet eingestuft oder sind vom Aussterben bedroht und
  • 30% der Farne und Blütenpflanzen gelten als bestandsgefährdet.

Folgen für uns Menschen

Auch für die Menschheit hat der Einsatz von Düngemitteln sowie Pestiziden, Herbiziden und Fungiziden weitreichende Auswirkungen, denn auch wir sind Teil der Nahrungskette. Konkret bedeutet das:

  • Wir essen die mit Chemikalien belasteten Lebensmittel.
  • Wir konsumieren Fleisch, Milch etc. von Tieren, die direkt neben belasteten Äckern weiden oder mit Heu aus dem Umland der belasteten Felder gefüttert werden.
  • Wir essen die Fische, die in sauerstoffarmen und belasteten Gewässern leben.
  • Wir verwenden das Wasser, das durch Düngemittel sowie Pestizide, Herbizide und Fungizide belastet ist.

Lösungen im Urban Farming Bereich

Daher brauchen wir Lösungen!

Die Urban Farming Ansätze haben im Vergleich zur herkömmlichen Landwirtschaft einen großen Vorteil: Unabhängigkeit von fruchtbarem Boden.

Denn anstatt die Pflanzen auf herkömmlicher Ackerfläche außerhalb der Städte anzubauen, werden Lösungen gesucht, wie Pflanzen direkt in der Stadt angebaut werden können. Das spart ganz nebenbei auch den Transport und damit eine große Menge an CO2 ein.

Eine weit verbreitete und langjährig erprobte Lösung ist die Hydroponik-Technologie. Hydroponik schafft Unabhängigkeit von Standort, Saison und Umweltbedingungen für den Anbau von Gemüse und Kräutern. Statt in herkömmlicher Erde wachsen die Pflanzen indoor in kleinen Saatkörbchen, ein integrierter Wasserkreislauf versorgt die Pflanzen mit Wasser und LEDs sorgen für die optimalen Lichtverhältnisse für das Wachstum der Pflanzen.

Im Vergleich zur herkömmlichen Landwirtschaft überzeugt die Hydroponik-Technologie mit

1) einem bis zu 90% geringeren Wasserverbrauch, denn durch den geschlossenen Kreislauf versickert oder verdunstet kein Wasser,

2) der 100% Schonung von fruchtbarem Boden und

3) einem gesteigerten Flächennutzungsgrad. 

Da die Hydroponik-Farmen in geschlossenen Räumen stehen, kann im Vergleich zur herkömmlichen Landwirtschaft auf einen Großteil der Pestizide, Herbizide und Fungizide verzichtet werden. Jedoch werden statt Erde großteils anorganische Trägermaterialien wie bspw. Steinwolle verwendet. Dies bedingt weiterhin einen exzessiven Einsatz von Düngemitteln (in diesem Fall vor allem chemische Düngemittel).

Rein auf den Gesundheitsaspekt fokussiert, sind aktuelle Hydroponik-Farmen daher keine wirklich nachhaltige Alternative im Vergleich zur herkömmlichen Landwirtschaft. Wobei natürlich insbesondere durch die Kreislaufwirtschaft eine angemessene Entsorgung des belasteten Wassers gewährleistet werden kann, sodass zumindest die Natur geschützt wird.

Der Lösungsansatz von URGROW

Deswegen haben wir mit URGROW genau an dieser Schwachstelle angesetzt und die Hydroponik-Technologie weiterentwickelt: In Kooperation mit der Universität in Budapest haben wir einen biologischen und pflanzenspezifischen Nährboden für unsere Pflanzen entwickelt. Dieser ermöglicht ein nachhaltiges und natürliches Wachstum der Pflanzen. Er besteht dabei aus 100% natürlichen Materialien wie Kokosfasern und biologischen Komposten.

Dadurch können wir im Vergleich zu bspw. Steinwolle den CO2 Ausstoß deutlich verringern und darüber hinaus zu 100% auf chemische Zusätze verzichten. Damit leisten wir einen Beitrag zum Schutz der Natur und Deiner Gesundheit. 

URGROW’s Indoor Kräutergarten

Das URGROW System hat die Größe eines herkömmlichen Blumenkastens und ist damit optimal geeignet für alle angehenden oder erprobten Urban Farmer. In diesem System kannst Du bis zu 12 Saatkegel (mit unserem nachhaltigen und natürlichen Nährboden) anpflanzen.

Unser eigens entwickeltes Sensorik- & Lichtkonzept überwacht für Dich das Wachstum Deiner Pflanzen. Die URGROW App begleitet Dich von der Aussaat bis zur Ernte durch den Prozess der Pflanzenpflege. Du bekommst beispielsweise Benachrichtigungen, wenn Deine Pflanzen wieder zu gießen sind.

Die URGROW App hält dich stets auf dem Laufenden

Das Außenmaterial besteht aus gepressten Holzfasern (ein Industrieabfallprodukt), d.h. für URGROW muss kein zusätzlicher Baum sterben. Und wir gehen noch einen Schritt weiter: Pro verkaufter Anlage pflanzen wir einen Baum um der Natur bei der Regeneration zu helfen.

Wir legen großen Wert auf Kreislaufwirtschaft! Wir nehmen die gebrauchten Systeme zurück und können den Holzwerkstoff zur Produktion neuer Serien wiederverwenden.

Auch unsere Saatkegel bestehen aus recycelten Materialien (Kokosreste + biologischer Kompost) und sind biologisch abbaubar. Unser Saatgut ist ursprünglich, kommt aus Deutschland & umliegenden Ländern und ist Demeter zertifiziert.

URGROW ist das weltweit erste nachhaltige, automatisierte und intelligente Hydroponik-System. Du kannst unabhängig von Zeit, Platz und Know-How ganzjährig nachhaltige Lebensmittel ernten und direkt genießen.

Der Ansatz von URGROW im Vergleich zur herkömmlichen Landwirtschaft

Besuche www.urgrow.de für weitere Informationen und News zum Thema!


[1] Statista

[2] Umweltbundesamt
https://www.umweltbundesamt.de/das-uba/was-wir-tun/foerdern-beraten/verbaendefoerderung/projektfoerderungen-projekttraeger/pestizide-biodiversitaet-schutz-der-biologischen

[3] Bundesministerium für Umwelt https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Binnengewaesser/faq_duev_bf.pdf

[4] https://www.bund.net/themen/landwirtschaft/folgen-fuer-die-umwelt/ueberduengung/

[5]
https://www.greenpeace.de/themen/pestizide-bedrohen-artenvielfalt;

https://www.bund.net/umweltgifte/gefahren-fuer-die-natur/;

https://www.umweltbundesamt.de/das-uba/was-wir-tun/foerdern-beraten/verbaendefoerderung/projektfoerderungen-projekttraeger/pestizide-biodiversitaet-schutz-der-biologischen

[6] Geiger F. u.a. 2010: “Persistent negative effects of pesticides on biodiversity and biological control potential on European farmland“

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