Urban Farmer #3: Karla na balkonie

Urban Farmer #3: Karla na balkonie

Hallo Ihr Lieben, 

mein Name ist Karolina, 27 Jahre alt und ich bin eine Balkongärtnerin aus Bonn. Mein Hobby hat dieses Jahr im März ziemlich spontan begonnen. Ich bin in der neuen Wohnung eingezogen, die über einen schönen Süd-West Balkon verfügt. Zwar wollte ich mich erstmal mit der Wohnungseinrichtung beschäftigen, aber schon einige Tage nach dem Einzug hat in Bonn der erste Lockdown angefangen. Glücklicherweise waren nicht nur Supermärkte, sondern auch Baumärkte immer noch geöffnet, daher habe ich langsam und ganz locker meine Abenteuer mit der Gärtnerei angefangen. 

So hab ich angefangen

Ich weiß ganz genau was ich als Erstes gekauft habe: eine Blumenkiste, ein Beutel Erde und ein Paar Frühlingspflanzen: Hyazinthen, Narzissen und Stiefmütterchen. Um ehrlich zu sein, hatte ich gar keine Absicht, eine Stadtgärtnerin zu sein – aber dann musste ich sowieso zu Hause bleiben und der Pflanzenanbau hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mir gedacht habe: ach komm Karo, noch eine Blumenkiste kann doch nicht schaden, oder? ☺ Wie wir alle wissen, der Appetit kommt beim Essen – so war auch in diesem Fall. Nach der Blumenzwiebel kamen noch Pelargonien, Hortensien, Glockenblumen, Margeriten und viele andere. 

Mein erster Blumenkasten

Kräuter und Gemüse ergänzen meine Zierpflanzen

Die ersten Erfolge mit Zierpflanzen haben mich ermutigt, Kräuter und Gemüse anzubauen. April war die perfekte Zeit für Radieschen, Pflücksalat und Frühlingszwiebel. Ich kann das kaum beschreiben wie toll das Gefühl ist, wenn man sich morgens frische Salatblätter pflückt und das alles in der Mitte der Stadt! Genauso toll war zu beobachten, wie all die Gemüsearten im Frühjahr sehr schnell wachsen und jeden Tag ein bisschen stärker werden. Im diesen Zeitpunkt war mir schon klar: ich will meinen Balkon in eine grüne Oase umwandeln, wo ich mich nach der Arbeit erholen kann und wo ich immer etwas leckeres zu essen finde.

Mein Frühstück – frisch gepflückt

Von Anfang an wusste ich auch, dass mein blühender Balkon nicht nur mir guttut, sondern auch Bienen und anderen Bestäubern. Diese wollte ich unbedingt schützen, daher nutze ich keinen Pestiziden, obwohl es manchmal schwierig ist darauf zu verzichten.

Ein eigenes kleines Ökosystem

Frühe Herausforderungen

Erste Schwierigkeiten kamen im Mai – tausende Blattläuse und Spinnmilben haben nämlich mein kleines Paradies ungewünscht besucht und nicht verlassen wollen. Zum Glück gibt es auch dafür natürliche Mittel – Knoblauchspray, das genauso erfolgreich sein kann, wie chemische Schädlingsbekämpfung. Die nächste Herausforderung, die ich zuerst als groß empfand, war die Sonne. Sommer, dritter Stock, Südwest Balkon fast ohne Schatten – das heißt – gießen ohne Ende. Am Morgen vor der Arbeit und am Abend nach der Arbeit bin ich mit der Wasserkanne hin und her gelaufen, um die Pflanzen nicht komplett austrocknen zu lassen. Jetzt bin ich schon ein bisschen cleverer und mische die Erde immer mit Wasserspeicher, der meine Pflanze vor der Hitze schützt. 

Für eine optimale Ernte vertreibe ich unerwünschte Besucher mit Knoblauchspray

Warum überhaupt ein Stadtgarten?

Obwohl ich die meisten Probleme genau im Sommer hatte, war es auch die fruchtbarste Jahreszeit – süße Erdbeeren, saftige Tomaten, aromatische Kräuter – das alles konnte ich jeden Tag genießen. Außerdem bringt mir Gärtnerei noch etwas Wichtiges – Selbstverwirklichung. Die unglaubliche Zufriedenheit, dass meine Arbeit und Mühe sich lohnt und wahre Früchte bringt, lässt sich nicht richtig beschreiben, man muss es einfach selbst erleben! 

Ein Highlight von vielen dieses Jahr: Saftige Tomaten

Was kommt als nächstes?

Und was ist mein Ziel für die nächste Saison? Auf jeden Fall neue Sorten von Gemüse anbauen und versuchen, so weit wie es geht ein Selbstversorger zu werden. Daneben möchte ich andere Menschen zeigen, dass wir Stadtbewohner im Stande sind, unser eigenes Obst, Gemüse und Kräuter auf den Balkons oder Fensterbänken anbauen können und nicht 100% auf Supermärkte angewiesen sein müssen. Urban Gardening ist nämlich gar nicht so kompliziert, man muss dem ganzen nur eine Chance geben!

Made by @karla_na_balkonie

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